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Postulat: Digitalisierungsmassnahmen in der Stadtverwaltung

18. September 2025

Sehr geehrter Herr Stadtpräsident

Sehr geehrte Herren Stadträte

Die Digitalisierung ist längst kein Zukunftsthema mehr – sie betrifft unseren Alltag ganz konkret. Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich heute einen unkomplizierten, digitalen Zugang zur Verwaltung – sei es, um Schäden im öffentlichen Raum zu melden, einfache Informationen rasch zu erhalten oder städtische Dienstleistungen unabhängig von Öffnungszeiten zu nutzen.

Andere Städte und Gemeinden sind diesen Weg bereits erfolgreich gegangen. Kreuzlingen sollte diese Chance ebenfalls nutzen. Es geht nicht darum, bestehende Strukturen zu ersetzen, sondern diese sinnvoll zu ergänzen und die Verwaltung effizienter und bürgerfreundlicher zu gestalten.

Digitale Meldesysteme, Chatbots oder die Integration in kantonale Plattformen wie den digitalen Schalter des Kantons Thurgau bieten grosses Potenzial – nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch zur Entlastung der Verwaltung. Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel und steigende Ansprüche an den Bürgerservice ist es umso wichtiger, solche Möglichkeiten vorausschauend zu prüfen.

Ich bitte den Stadtrat deshalb, die in diesem Postulat genannten Punkte vertieft zu prüfen und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Der Stadtrat wird beauftragt zu prüfen und zu berichten,

  1. ob und wie in der Stadt Kreuzlingen ein niederschwelliges, digitales Meldesystem für Mängel im öffentlichen Raum – wie defekte Strassenbeleuchtung, Littering, beschädigte Infrastruktur oder Schlaglöcher – eingeführt werden kann. In die Prüfung einzubeziehen sind:

–       der aktuelle Stand bestehender Meldemöglichkeiten,

–       die Informationsstrategie gegenüber der Bevölkerung,

–       mögliche Umsetzungsvarianten (z. B. App, interaktives Online-Formular, QR-Codes),

–       der Ressourcenbedarf (finanziell, technisch, personell),

–       und mögliche Einsparungen durch effizientere Bearbeitung.

  1. ob ein digitaler Bürger-Chatbot auf der städtischen Webseite eingeführt werden kann, um häufige Anfragen der Bevölkerung zu Themen wie Abfallentsorgung, Öffnungszeiten, Veranstaltungen oder Baugesuchen automatisiert zu beantworten. Zu prüfen ist:

–       ob bereits Erfahrungen mit solchen Systemen bestehen oder Prüfungen stattgefunden haben,

–       die Machbarkeit einer Einführung,

–       mögliche Synergien mit bestehenden kantonalen oder nationalen Lösungen (z. B. Swiss Smart Government),

–       und das Potenzial zur Reduktion von administrativem Aufwand.

  1. ob und wie städtische Dienstleistungen in den digitalen Schalter des Kantons Thurgau (schalter.tg.ch) integriert werden können, um eine effizientere und bürgerfreundlichere Verwaltung zu ermöglichen. Zu untersuchen sind:

–       der aktuelle Stand der Zusammenarbeit mit dem Kanton,

–       die Bereitschaft zur Integration städtischer Services,

–       und potenzielle Ressourceneinsparungen durch digitale Prozesse.

  1. ob die Stadtverwaltung die Nutzung des Postdienstes «E-Post Print & Send» prüfen will, um bestimmte städtische Korrespondenzen effizienter digital oder physisch abzuwickeln. Insbesondere sind zu evaluieren:

–       mögliche Anwendungsbereiche innerhalb der Verwaltung,

–       die zu erwartenden Kosten im Vergleich zum Nutzen,

–       sowie mögliche Einsparpotenziale.

Begründung:

Eine moderne, digitale Stadtverwaltung trägt wesentlich zur Effizienz, Bürgernähe und Transparenz bei. In vielen Schweizer Städten und Gemeinden haben sich einfache digitale Meldesysteme und Chatbots bewährt. Ebenso stellen sich durch die Integration in kantonale Plattformen und durch Kooperation mit nationalen Dienstleistern wie der Post neue Möglichkeiten für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. Kreuzlingen soll diese Entwicklungen aktiv prüfen und wenn sinnvoll, umsetzen.

Freundliche Grüsse

Ramona Zülle

Gemeinderätin, Die Mitte